Tipps zur Vogelhaltung

Bevor man sich mit dem Gedanken beschäftigt, Agaporniden oder andere Vögel anzuschaffen, sollte man sich vorher unbedingt über die einzelne Vogelart informieren und diese am besten persönlich in Augenschein nehmen. Nur so lassen sich schwere Haltungsfehler vermeiden und man erfährt am besten, ob die jeweilige Vogelart in das eigene Leben und das unserer Nachbarn passt, denn das Zusammenleben mit Vögeln geht, je nach Art, nicht immer leise zu und erfordert zudem neben allen angenehmen Seiten auch Zeit und Arbeit und viel Verantwortungsbewusstsein.


Unterbringung

Der Richtwert des Vogelkäfigs / der Voliere für Agaporniden für 2 bis 4 Vögel liegt bei
120 H x 100 B x 60 T cm und dieser Richtwert wird als unterste Grenze angesehen.

Es sollte den Vögeln möglich sein, kurze Strecken im Käfig /in der Voliere zu fliegen, ohne dabei mit den Flügeln anzustoßen. Dennoch brauchen die Vögel bei dieser Käfiggröße/Volierengröße täglich Freiflug, um ihre Muskulatur und Kondition zu trainieren. Je größer der Käfig/die Voliere, desto besser! In speziellen Fachgeschäften oder durch Eigenbau lässt sich eine solch ideale Unterbringung gut verwirklichen.

Da Agaporniden einen kräftigen Schnabel haben und gern knabbern, sollte der Käfig/Voliere sehr stabil sein (am besten eigenen sich Aluminiumprofile mit wenigstens 1 mm starkem Draht) und nicht aus Kunststoff (Verschluckungsgefahr einzelner abgenagten Plastikteile) bestehen. Leicht zu öffnende Türen sollten zusätzlich gesichert werden, sonst können die Vögel unter Umständen leicht entfliegen oder anderen Schaden nehmen.

Der Käfig/Voliere sollte am besten in einer ruhigen Ecke des Raumes aufgestellt werden, damit sich die Vögel auch zurückziehen können und nicht immerzu den Menschen um sich haben. Wichtig ist dabei auch, dass sie nicht zu niedrig stehen und die höchste Sitzstange die Höhe unseres Kopfes erreicht.

Da Agaporniden das Sonnenlicht sehr lieben, ist es von Vorteil, wenn der Käfig/Voliere in der Nähe des Fensters steht, wobei die direkte Sonneneinstrahlung der gesamten Unterkunft sowie Zugluft unbedingt zu vermeiden sind. Sollte die Fensternähe nicht möglich sein, empfiehlt es sich Tageslichtlampen über dem Käfig anzubringen, durch die den Vögeln das natürliche Sonnenlicht ersetzt wird, da die UV-Strahlen unter anderem wichtig für den Knochenbau sind. Es ist ratsam dafür spezielle Vogellampen mit einem Vorschaltgeräte zu verwenden, so dass das Flackern von den Vögeln nicht mehr wahrgenommen werden kann.

Von Kochdunst, Tabakrauch, sowie der unmittelbaren Nähe eines Fernsehgerätes sind die Vögel ebenfalls zu verschonen. 

 

Haltung

Agaporniden können nicht mit anderen Vogelarten zusammen gehalten werden, da sie z.T. recht aggressiv werden können und so schon manch andere Art Schaden genommen hat.

Sie sind, wie der Name auch sagt UNZERTRENNLICHE, d.h. sie sind niemals allein, sondern wenigstens immer als ein Paar zu halten. Da man ihr Geschlecht nicht ohne weiteres erkennt und sie zudem sehr wählerisch in der Wahl ihres Partners sind, empfiehlt es sich, die Vögel beim Kauf gut zu beobachten und dann auch ein nur wirkliches Paar zu nehmen.

Sollte ein Agapornid allein sein (z.B. durch den Tot des Partners) sollte man eine Zwangsverpaarung nur nach vorheriger DNA-Analyse durchführen, um das Geschlecht genau zu kennen. Am besten ist es allerdings, die Vögel in eine Voliere zu geben, in der sie sich selbst ihren Partner auswählen können. Hat sich solch ein Paar gefunden, so besteht diese Bindung ein Leben lang und sie sind u n z e r t r e n n l i c h.

Ein Mensch kann niemals der Ersatz für einen Vogel sein!

In einem kleinen Schwarm können Agaporniden auch in Menschenhaltung ein noch artgerechteres Leben führen, da sie wie die meisten Vögel Schwarmvögel sind.

 

Ernährung

Das Grundfutter der Agaporniden besteht aus verschiedenen Körnern, die nicht zu viele fett- und energiereiche Sämereien (z.B. Sonnenblumenkerne) enthalten sollten und das auch keinesfalls das Alleinfutter der Vögel sein kann. Verschiedene Hirsearten (Kolbenhirse, Rispenhirse) sind eine gute Abwechslung und werden sehr gern von den Agaporniden genommen.

Zur Abdeckung des Vitamin- und Mineralstoffgehaltes und zugleich als abwechslungsreiche Beschäftigung ist Grünfutter in Form von Obst und Gemüse, Beeren und Futterpflanzen oder auch die Rinde frischer Zweige bei allen Vögeln unentbehrlich. Sehr beliebt sind z.B. Äpfel, Möhren, Vogelmiere, Löwenzahn, Chicorée, Maiskolben, ... Grünfutter sollte jeden Tag frisch angeboten werden! Auch wenn die Vögel das Grünfutter nicht immer gleich annehmen, so sollte man sich durch missglückte Versuche nicht abschrecken lassen und es immer wieder versuchen.

Zur Versorgung mit Calcium, Natrium und Spurenelementen sind Vitamin- und Mineralstoffe unentbehrlich. Dazu gehören Sepiaschalen, Muschelgrit, Gritsteine, sowie Magengrit zur Verdauung im Muskelmagen.

Vögel, die kein Grünfutter annehmen, sollten Vitamingaben über das Futter oder Trinkwasser gereicht bekommen.

Das Trink- und Badewasser muss täglich gewechselt werden und normales Leitungswasser reicht dafür völlig aus. Allerdings sollte man es in normalen Näpfen anbieten und auf Wasserspender verzichten, da sich in diesen leicht Bakterien ansammeln können.

Nicht zur Ernährung der Vögel zählen Milch und Milchprodukte, gewürzte Speisen, salzhaltiges Knabbergebäck, verdorbenes, altes oder von Motten befallenes Futter sowie Grünfutter aus der Nähe stark befahrener Straßen.

 

Gefahren im Haushalt

Agaporniden sind sehr neugierig und werden beim Freiflug alles untersuchen und testen wollen. Hier tragen wir die Verantwortung, sie vor Gefahren zu schützen, die sie selbst nicht erkennen können. Das sind z.B.:

  • nicht gekennzeichnete Fensterscheiben und Spiegel (Aufprallgefahr)
  • geöffnete oder angekippte Fenster, durch die sie entfliegen könnten
  • Gardinen an Fenstern (Gefahr des Verhedderns oder Hängenbleibens)
  • Bleibänder in den Gardinen (Gefahr des Anknabberns - Bleivergiftung)
  • Behälter mit Flüssigkeiten - wie Blumenvasen, Gießkannen, Spülbecken, Tassen und Gläser, Putzeimer, Badewannen, offene Toiletten, Aquarium - in die sie fallen und ertrinken könnten
  • Spalten hinter Schränken und Regalen (Gefahr des Dahinterfallens)
  • Gefahr durch Einklemmen, Einsperren oder Quetschung (offene Schränke oder Schubladen, Türen, Mülleimer mit Schwingdeckel, ...)
  • Gefahr durch Verbrennungen oder Verbrühen (Herdplatten, Töpfe oder Pfannen mit heißem Inhalt, brennende Kerzen, Bügeleisen, offener Kamin, Lampen, die sehr heiß werden, ...)
  • Gefahr durch Giftstoffe (Chemikalien im Haushalt, wie z.B. Reinigungsmittel, Sprays, Fliegenfänger, Nagellack und - entferner, neue Möbel und Fußböden, Blei in Gardinen oder Teppichen und auch Lametta, Klebeprodukte, Stifte, ...)
  • giftige ZIMMERPFLANZEN
  • salzige oder gewürzte Nahrungsmittel des Menschen (Salzstangen, Chips, ...)
  • Stromkabel und Steckdosen (durch Anknabbern Stromschlag)
  • andere Haustiere, wie z.B. Hund oder Katze
  • kleine Kinder

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist es sehr zu empfehlen, die Vögel während des Freifluges zu beaufsichtigen und anwesend zu sein!

 

Inneneinrichtung des Käfigs/der Voliere

Plastikartikel und Spiegel gehören nicht in den Vogelkäfig! Den Vögeln sollten Naturzweige unterschiedlicher Dicke angeboten werden, die ihnen zugleich Fußgymnastik und ausreichende Beschäftigung durch das Zernagen ermöglichen. Empfehlenswert hierfür sind alle Arten von Obstzweigen, sowie Holunder, Weide, Birke, Ahorn, Eiche oder Linde.

Trink- und Futternäpfe sollten am besten aus Edelstahl sein und so angebracht werden, dass man diese täglich leicht reinigen und den Inhalt erneuern kann.

Agaporniden sind sehr badefreudig, deshalb darf eine passende Bademöglichkeit auf keinen Fall fehlen. Sie schlafen gern in Schlafhäusern (nicht Nistkästen, denn diese animieren zum Brüten!) oder auf hoch befestigten Holzbrettern, auf die sie sich gern zurückziehen.

Besonders beliebt sind auch Schaukeln und Kletterseile jeder Art bei den Unzertrennlichen.

 


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